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    <title>Lebensmitte</title>
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    <title>Lebensmitte</title>
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  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/4263035/">
    <title>Schneckenhaus</title>
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    <description>Einmal fand ich ein Schneckenhaus. Ich ging hinein. Das Licht schien durch die hellen Wände. Elfenbeinlicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer weiter ging ich, langsam, doch ohne zu zögern. Bei jedem Schritt verlor ich etwas von dem Gerümpel, das mir anhaftete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich erreichte ich die Mitte. Sie war leer und still. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ging wieder hinaus in die Welt, Schritt für Schritt. &lt;br /&gt;
Da war die Welt ganz neu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schneckenhäuser liebe ich.</description>
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    <title>Labyrinth</title>
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    <description>Ich bin wieder unterwegs.&lt;br /&gt;
Unterwegs habe ich ein Labyrinth gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne den Faden der Ariadne zu besitzen, wage ich mich hinein. Der Weg führt im Kreis herum, links herum, Schleife, rechts herum. Lange irre ich im Außenbereich herum - wie im richtigen Leben? - bis ich überraschend die Mitte erreiche.&lt;br /&gt;
Hier finde ich nicht: Meine Freude das Ziel zu erreichen.&lt;br /&gt;
Hier finde ich nicht: Leere, denn die Mitte ist voller Mangel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich trete den Rückweg an. Ich suche den Ausweg. Nach ein paar Schritten schon irre ich wieder im Außen herum, weit entfernt von der Mitte, als wäre ich nie dort gewesen; im Außen, ohne Mitte und ohne Tür hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehne mich nach einem spiralförmigen Labyrinth, dessen Weg stetig und verlässlich in die Mitte führt, nur die Zeit ist ungewiss, Runde um Runde, immer wieder dem Gleichen begegnend, aus immer wieder neuem Blickwinkel. Unterwegs verliere ich nach und nach, Stück für Stück, alles, was mir anhaftet, Gewichte, Ballast, Gerümpel, bis ich die leere Mitte finde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angekommen bei mir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg hinaus in die Welt führt immer wieder an den gleichen Stellen vorbei, die ich aus immer wieder neuem Blickwinkel sehe, mit freiem, unverfälschtem Blick, bis ich draußen in der Welt ankomme, neu und stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß schon, warum ich Schneckenhäuschen so liebe.</description>
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    <dc:date>2007-09-14T23:16:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/4257783/">
    <title>Regenfarbene Landschaft, nasser Himmel und trockene Erde, sommerlose Niemandszeit.&lt;br...</title>
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    <description>Regenfarbene Landschaft, nasser Himmel und trockene Erde, sommerlose Niemandszeit.&lt;br /&gt;
Die Jahr verharrt in dem Moment zwischen Einatmen und Ausatmen.</description>
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    <dc:date>2007-09-13T18:34:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/4245804/">
    <title>Kartoffel-Ernte-Zeit</title>
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    <description>Jahraus, jahrein dasselbe Dorfleben, dieselben Dorfleute, dieselbe Ama - Tag für Tag allem gestorben und jeden Morgen die Welt neu sehen und den ersten Tag erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ersten Tag zum Trotz drängt sich ein Bild aus einer anderen Welt in den Augenblick: Eine Kindheitserinnerung. Wir Kinder sitzen in unserer Dorfschule auf unseren Bänken und müssen nach dem gemeinsamen Morgengebet die Hände auf den Tisch legen zur Inspektion. Wer schmutzige Hände hat oder Dreck unter den Fingernägeln, bekommt einen Strich mit dem Rohrstock drauf. Nur die Kinder, die nachmittags bei der Kartoffelernte helfen, dürfen schwarze Fingernägel haben, ohne geschlagen zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während ich auf dem Fahrrad zum Dorfladen unterwegs bin, hänge ich diesen Gedanken nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich betrete den Laden, die Türglocke bimmelt altmodisch. Bald darauf schlurft die Kaufmannsfrau aus dem Lager hinter die Fleischtheke, vor der ich stehe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Na, Ama, was darf&apos;s denn sein?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Fünf Scheiben Salami, fünf Scheiben Mortadella.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue zu, wie sie den Aufschnitt mit ihren Wurstfingern anfasst, schneidet und auf das Papier legt. Ich habe mir längst meine Empfindlichkeiten abgewöhnt. - Aber heute sind die Wurstfinger hinter der Wursttheke schwarz! Dicke schwarze Trauerränder unter den Nägeln! Wie bei den Kindern, die früher zur Herbstzeit die Kartoffeln aus der Erde buddeln mussten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Stell dir vor, Ama! Die neuen EU-Richtlinien treiben immer neue Blüten&quot;, plaudert sie empört drauf los. Sie liebt die Empörung. &quot;Da muss man doch seit neuestem auf dem Kartoffelroder mit SAUBEREN Fingern stehen! Das ist Vorschrift! Hat mir der Bauer Kartoffel-Meyer selbst erzählt heute morgen! Kannst du dir sowas vorstellen?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin verblüfft. Wie kommt sie auf DIESES Thema?&lt;br /&gt;
`&lt;br /&gt;
Befriedigt sieht sie meinen Gesichtsausdruck: &lt;br /&gt;
&quot;Ja, Ama, da staunst du, was? Ich sach ja, alles Quatsch mit diese Europopolitik!&quot;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ama</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-10T06:42:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/4243844/">
    <title>Ich bin.</title>
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    <description>Ich bin ok.&lt;br /&gt;
Ich bin!&lt;br /&gt;
Danke für Eure Nachfragen!&lt;br /&gt;
Irgendwie bin ich in chronischer Non-Schreib-Stimmung. Ist das ein Krankheitssymptom, Untreue oder eine Fixierung auf die Offline-World?</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ama</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-09T10:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/3494160/">
    <title>Satzlehre</title>
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    <description>Zwei Kids sitzen bei mir in der Küche und machen Hausaufgaben. Es herrscht konzentrierte Stille. Ich lese Zeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Hä?&quot; ruft Lukas, &quot;was sind den das für komische Kinder?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Wieso?&quot; fragt Hanna.&lt;br /&gt;
&quot;Hier!&quot; sagt Lukas und liest vor: &quot;Unvorsichtige Kinder beißen häufig Hunde.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden lachen und versinken in nachdenkliches Schweigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Vorsichtige Kinder beißen Bananen&quot;, sinniert Hanna, den Faden fortspinnend.&lt;br /&gt;
&quot;Komiche Bananen&quot;, sagt Lukas, &quot;bissig, ts.&quot;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ama</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-29T18:43:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/3398059/">
    <title>Pflegebedürftig</title>
    <link>http://lebensmitte.twoday.net/stories/3398059/</link>
    <description>Pflegebedürftig &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oma Schletzmann sitzt in ihrem neuen Rollstuhl in der Küche und ist ein bisschen stolz: Darauf, dass sie nun in diesem glitzernden Gefährt von anderen geschoben wird - wann hat sich je so viel Mühe mit ihr gemacht? Und auch darauf, dass der MDK heute sie persönlich besucht hat. &quot;Netter Junge, der Herr Doktor vom MDK&quot;, sagt Oma Schletzmann zufrieden und tut sich einen weiteren Löffel Zucker in den Kaffee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Pflegestufe zwei! Das ist auch das Mindeste!&quot; sagt ihre Schwiegertochter erleichtert. &quot;Die Angina Pectoris ist so schlimm geworden, und die offenen Beine! Und der Rücken ist ganz kaputt. Sie kann kaum aufstehen, und ohne Korsett geht&apos;s ja schon seit zehn Jahren nicht mehr. Aber die Pflegestufe hat sie hauptsächlich wegen der Demenz bekommen: Weil sie gesagt hat, sie will heute Nachmittag im Nachbardorf bei Gerti mit der neuen Hacke den Vorgarten machen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin auch erleichtert. Die Schwiegertochter hat viel zu tun. Gut, wenn durch die Pflegestufe wenigstens die knappe Haushaltskasse etwas unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachmittags traue ich meinen Augen nicht.&lt;br /&gt;
Am Fenster schiebt Oma Schletzmann ihr Fahrrad vorbei, zu Fuß, schwer auf Lenkrad und Sattel gestützt. Ich öffne das Fenster und rufe: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Oma Schletzmann, was hast du vor?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Laufen kann ich nich mehr, aber mit Fahrrad geht&apos;s! Oder mit Hacke zum Aufstützen!&quot; ruft sie fröhlich zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie schleppt sich den Feldweg ein Stück bergauf, ich wende die Schnitzel. Wie ich wieder aufschaue, kommt Oma Schletzmann auf dem Fahrrad den Berg herabgerollt, in gefählichen Schlangenlinen, die Hacke quer auf dem Gepäckträger. Schon rollt sie an meinem Haus vorbei, mittlerweile ganz gut im Gleichgewicht. Sie biegt ab Richtung Nachbardorf. Zu Gertis Garten vermutlich. Ein bisschen früh im Jahr. &lt;br /&gt;
5.3.07 16:31 	verlinken / kommentieren</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ama</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-05T15:54:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/3206894/">
    <title>Heinemann in allen Gemütslagen</title>
    <link>http://lebensmitte.twoday.net/stories/3206894/</link>
    <description>&quot;Es gibt wohl nichts öderes und sinnloseres als Briefmarken zu sammeln&quot;, werfe ich in das Gespräch der zwei Handwerker ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden isolieren heute meinen Dachboden. Und jetzt sitzen sie für eine Tasse Kaffee bei mir in der Küche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ach ja?&quot; entgegnet der eine, &quot;dabei hast du selbst mal Briefmarken gesammelt!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich? Nie!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Wetten?&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wette gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kerl springt vom Tisch auf, lässt seinen heißen Kaffee stehen, eilt die Treppen hinauf auf den Dachboden, und schon ist er wieder da. Er hält mir ein grünliches, sparkiges Buch unter die Nase. Die Buchdeckel wellen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Blick ist ebenso triumphierend wie meiner verständnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein Briefmarkenalbum. Auf der ersten Seite steht in krakeliger Kinderschrift &quot;zum tauschen&quot;. Briefmarken sind dort aufgereiht, das ganze kleine Album ist voll. Auf der letzten Seite steht: &quot;Fon dieser Seite nichts nehmen tauschen ferboten&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ok, ich habe die Wette verloren, ein Kasten Bier für die Handwerker. An DIESE kostbaren Seltenheiten auf der letzten Seite erinnere ich mich! Das sind tatsächlich meine Briefmarken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;133&quot; alt=&quot;Briefmarken&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Lebensmitte/images/Briefmarken.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese vier sind seltener als die Blaue Mauritius!</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ama</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-19T12:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/3182406/">
    <title>Sonne?</title>
    <link>http://lebensmitte.twoday.net/stories/3182406/</link>
    <description>Während der letzten zehn Novemberwochen gab es nur einen Sonnentag. Der war am zweiten Weihnachtstag. Alle Welt war auf den Beinen, um unter blauem Himmel den Weihnachtsspaziergang zu machen. Die Kinder der Bauern waren aus den Großstädten gekommen, wo sie arbeiten und studieren und gingen bereitwillig mit ihren Eltern um die Felder, alle im Sonntagsmantel. Man traf sich und stand in Grüppchen zusammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Und das ist unser Holger. Er ist aus Göttingen gekommen und studiert Ingenieur.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ach der Holger, bist du aber groß geworden, Jung!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Tja... hallo&quot;, windet sich Holger, der Ingenieur, und weiß nicht recht, was er sagen soll, wie es jetzt so still wird und alle Augen ihn erwartungsvoll anschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Tja&quot;, wiederholt er unschlüssig und schaut in den blauen Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen reißt nicht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Tja&quot;, sagt Holger, der Ingenieur, weil er merkt, dass alle etwas von ihm zu erwarten scheinen, &quot;wisst ihr, wie hoch die Sonne jetzt maximal kommt?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, das weiß niemand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Vierzehn Grad! Hättet ihr das gedacht?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bauer Eckbrink schaut stolz auf seinen klugen Sohn und seine Frau strahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartoffel-Meyer reißt die Augen auf und ist tief beeindruckt: &quot;Ach! Sach bloß? Vierzehn Grad! Ich hab&apos; gedacht es ist viel kälter! Siehst du, Gerda, hätt&apos; ich doch den Wintermantel zu Hause lassen können!&quot;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ama</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-14T13:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/2895730/">
    <title>Deutsch im Dorf</title>
    <link>http://lebensmitte.twoday.net/stories/2895730/</link>
    <description>Sonntags morgens gibt&apos;s Brötchen und Bildzeitung im Dorfladen, und dort sind alle, die nicht in der Kirche sind, zum allsonntagmorgendlichen Klöhnschnack versammelt. Ich höre gar nicht hin, wenn ich schnell meine Brötchen heraushole, aber ein paar Brocken hängen sich doch im Ohr fest während der Minute, in der ich meine Brötchen bezahle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Und eitel sind se! Wenn ich meinen Kleinen die Jiinshose flicken tu, denn will er se nich mehr anziehn.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generverter Einwurf vom &quot;Kleinen&quot; namens Jörg: &quot;Das heißt Dschiens, Mama! Dsch!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ach, du weißt doch, dass ich mit die französischen Buchstaben nich klarkomm, Dschörch!&quot;</description>
    <dc:creator>ama</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ama</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-05T18:06:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/2877016/">
    <title>Bis zum Arendsee</title>
    <link>http://lebensmitte.twoday.net/stories/2877016/</link>
    <description>Ich kam bis zum Arendsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort verfinsterte sich der Himmel, ein Brausen erhob sich, ein Geschrei, das ich meinen Begleiter nicht mehr hätte verstehen können, wenn er mir ins Ohr gerufen hätte - und wäre ich nicht allein gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Baumkronen hinter dem Waldrand hervor schob sich ein gigantischer Kranichschwarm wie eine schwarze Walze. Hunderte Flügel rauschen wie ein Orkan, Tausende Rufe bringen die Luft zum Zittern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ganzen Nachmittag flogen die Kranichsche an und landeten auf den Wiesen in der Nähe des Wassers, ununterbrochen, gleichzeitig zehn, zwanzig kleine Schwärme, Einsen, die sich auflösten, oder gigantische, ungeordnete mit Hunderten von Tieren. Auch nach Sonnenuntergang hörte es nicht auf, und noch während der Nacht waren ihre Rufe hinter den Bäumen zu hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer glitt auf dem Wasser durch das Schilf, nah am Ufer, dort wo ich saß, keine zwei Meter von mir entfernt: Stolzer als ein Schwan hielt er sich im Silberkleid mit königlicher Haube auf dem Hinterkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich saß dort viele Stunden bis nach Sonnenuntergang wie versteinert, ganz Auge, Ohr und Hauthärchen, mit denen ich das Vibrieren der Luft erspürte, das Flügelrauschen und Rufen hörte und Bewegungen, Haltungen und Farben zusah. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kraniche hatten einen Bannkreis um mich gezogen, den ich nicht verlassen konnte. Ich kam nicht nach Berlin.</description>
    <dc:creator>ama</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ama</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-31T22:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/2842330/">
    <title>Es ist einfach:</title>
    <link>http://lebensmitte.twoday.net/stories/2842330/</link>
    <description>Du schließt sämtliche Fenster, die dich mit der Welt verbinden.&lt;br /&gt;
Du schaltest den Computer aus.&lt;br /&gt;
Du stehst auf, du nimmst das Tagebuch, den Füller, die Zahnbürste.&lt;br /&gt;
Du holst ein paar Hemden, Socken, Unterhosen aus dem Schrank.&lt;br /&gt;
Du kramst in der Schublade mit Landkarten und findest eine, auf der steht &quot;Altmark&quot;, und du schätzt, die könnte passen.&lt;br /&gt;
Du füllst eine Plastikflasche mit Wasser.&lt;br /&gt;
Du ziehst die Fahrradtasche unter den Campingsachen hervor und stopfst alles hinein.&lt;br /&gt;
Du schiebst das Fahrrad aus dem Schuppen und hängst die Satteltasche an den Gepäckträger.&lt;br /&gt;
Du fährst über die Wiese hinterm Haus. Du fährst weiter durch die Felder gen Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du bist unterwegs nach Berlin.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ama</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-23T17:44:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://lebensmitte.twoday.net/stories/2775671/">
    <title>Gib dem Schicksal eine Chance</title>
    <link>http://lebensmitte.twoday.net/stories/2775671/</link>
    <description>&quot;Kreisstadt im Lotto-Fieber&quot; lautet die Schlagzeile unseres lokalen Blättchens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All meine Nachbarn waren am Samstag noch in der Lotto-Annahmestelle und haben mir erzählt, wie lange sie warten mussten, und bis zu welcher Hausnummer die Schlange reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich staune nicht, dass 35 Millionen verlockend sind. Aber um so mehr bin ich verwundert, dass eine einzige Million so viele Leute nicht lockt. Ich kann nicht erkennen, dass meine Nachbarn so anders situiert sind als ich - warum interessiert sie die eine Million nicht, die 35 aber sehr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spräche die Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht so hoffnungslos gegen mich, dann würde mich jedenfalls auch schon viel weniger als nur eine Million interessieren. So aber lässt mich die eine genau so kalt wie die 35. Ich bin die einzige aus dem Dorf die keinen Lottoschein abgegeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kann das Lottospiel durchaus rentabel sein, wenn man nur ein wenig bescheiden ist! Ich bin sehr zufrieden mit dem Lottospiel. Ich gewinne jede Woche. Meinen Einsatz. Indem ich nicht mitspiele. Wie teuer ist der Einsatz, zwei Euro?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, dann habe ich in den letzten zwanzig Jahren schon über 20000 Euro gewonnen. Da kann man nicht meckern. Ich bin zufrieden.</description>
    <dc:creator>ama</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ama</dc:rights>
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    <title>(4)</title>
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    <description>Am nächsten Abend ist unser Doppelkopf-Abend. Wir sind bei Hanne, und es ist schon ziemlich spät, als das Telefon klingelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Hanne...&quot;, spricht Hanne in den Hörer?&lt;br /&gt;
&quot;...!&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Das geht nicht! Ich habe schon etwas getrunken. Und, hör zu, Heinrich, das geht generell nicht, ok?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;-&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ok, du auch, tschüß.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanne legt den Hörer auf und dreht sich zu uns um:&lt;br /&gt;
&quot;Das war Heinrich, dem die Gastwirtschaft gehört. Er sagte&quot;, und nun macht sie Heinrichs Redeweise nach: &quot;Hier ist eine Frau Ingelore Sowieso, die möchte gern nach Hause gebracht werden.&quot;</description>
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    <title>Die Ampel ist rot, ich halte an. Am Rand des Bürgersteigs stehen zwei Kinder uns...</title>
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    <description>Die Ampel ist rot, ich halte an. Am Rand des Bürgersteigs stehen zwei Kinder uns starren in den Rinnstein. Was gibt es dort zu sehen? Meine Augen folgen ihrem Blick und sehen das tote Eichhörnchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kinder rühren sich nicht. In ihren Gesichtern lese ich: Unglauben, Entsetzen, Trauer, Unverständnis, Verwirrung, Angst, Mitgefühl, Verblüffung, Fragen, Schmerz, Neugier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Moment lang fühle ich das gesamte Leid der Welt.</description>
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